#5: "Uns bleibt immer noch Kambodscha" mit Hibba Kauser

Shownotes

Unser Gast:
Sie ist eine junge Frau wie viele andere ¬– könnte man meinen. Doch es gibt da zwei entscheidende Unterschiede. Hibba Kauser sitzt bereits mit 21 Jahren für die SPD im Offenbacher Stadtrat – und zwar nicht „irgendwie reingerutscht“, sondern mit den zweitmeisten Stimmen aller SPD-Kandidaten. Das ist schon beachtlich, doch längst nicht alles. Denn Hibba Kauser wurde nicht in ihrer Heimatstadt geboren, sondern in einem Wohnheim für Geflüchtete in Brandenburg. Ihr Eltern mussten aus Pakistan fliehen, landeten schließlich über Umwege in Offenbach – und aus der kleinen Hibba wurde ein eschtes hessisches Mädsche – das mit Elan und unerschütterlichem Glauben an Gleichheit und Gerechtigkeit seinen Weg machte. So wirft sie im Parlament als einzige in dieser Deutlichkeit der AfD „sexistisches, rassistisches und homophobes Gedankengut“ vor, und die darauffolgenden Hasskommentare sind für sie eher Bestätigung als Entmutigung. So kämpft sie im Stadtparlament unermüdlich gegen Rassismus, für soziale Gerechtigkeit und Repräsentation, für ein lokales Antidiskriminierungsbüro, eine autofreie Innenstadt und mehr Unterstützung für von Armut betroffene Kinder. Und dass sie bei Aktionen für die Abschaffung der Abtreibungsparagraphen 218 und 219a und gegen den Auftritt von Faschisten wie Björn Höcke an vorderster Stelle steht, versteht sich da fast von selbst. Und ihr Motto? Typisch Hibba, nämlich einfach, klar und richtig: „Lebe so, dass die AfD etwas dagegen hätte“.

Mehr Informationen:
https://www.spd-offenbach.de/red4net/pub_mit_view.asp?gmi=128&id=883&locale=de&member_group=3&org=7&pmi=16

Das Rezept der Woche: Jägerschnitzel wie in der DDR

Dieses Gericht hat schon etliche Wessies verblüfft, etwa bei dem Besuch einer HO-Gaststätte in Ost-Berlin. Die DDR-Variante des Jägerschnitzels unterscheidet sich nämlich fulminant von der im Westen bekannten. Dabei hat es seinen Namen eher verdient als sein kapitalistisches Pendant. Es besteht nämlich aus Jagdwurst und nicht aus Wildfleisch. Und wie bei allem gilt auch hier: Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Rezept für vier Personen

8 dicke Scheiben guter Jagdwurst (kein Dreck vom Discounter)
2 Eier
Mehl
Semmelbrösel
Butterschmalz oder Schweineschmalz
Salz, Pfeffer, Zucker
Tomatenmark (möglichst 3fach konzentriert und Bio-Qualität, das schmeckt bedeutend aromatischer, da es nicht aus chinesischer Massenproduktion kommt)
500 g Spirelli-Nudeln
1 Zitrone (wenn möglich aus sozialistischen Bruderstaaten

• Nudeln in Salzwasser aufsetzen.
• Die Wurstscheiben wie ein Schnitzel mit Mehl, mit Salz und Pfeffer gewürztem Ei und Brösel panieren und in reichlich Schmalz goldbraun ausbraten
• Aus Tomatenmark und Wasser eine dickliche Soße anrühren, salzen, pfeffern, erhitzen, eine Prise Zucker zufügen
• Die Nudeln nicht zu früh rausholen, sie dürfen nicht al dente sein, das passt nicht.

Nun die Nudeln auf die Teller geben, die Tomatenpampe obenauf geben und je zwei Scheiben Jägerschnitzel dekorativ danebenlegen, zusammen mit einer Zitronenschnitze.

Ein Tipp: Wer es dekadent mag, kann die Stasibonzen-Variante herstellen und auf die Schnitzel je ein zusammengerolltes Sardellenfilet mit einer Kaper in der Mitte legen, gekrönt von einem Blatt Petersilie.

Gute Appetit.

Das Team:
Gastgeber: Michael Herl und Filippo Tiberia
Idee und Konzept: Katja Lehmann
Redaktion: Jule Fischer, Iris Reinhart Hassenzahl und Laila Ruh
Aufnahmeleitung: Lennart Dornheim
Schnitt: Katja Lehmann und Filippo Tiberia
Mastering und Sounddesign: Lennart Dornheim
Die Stimme aus dem Off: Iris Reinhart Hassenzahl

Noch Überflüssigeres für noch Fortgeschrittenere ist eine Produktion des Stalburg Theaters und wird gefördert von KulturGemeinschaften. Das Förderprogramm KulturGemeinschaften wird vom Bund aus dem Zukunfts- und Rettungsprogramm NEUSTART KULTUR und von der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder finanziert.

Links:
<https://stalburg.de/>
<https://www.kulturgemeinschaften.de/>

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